Pressestimmen
Girls' Day 2010
Girls' Day 2010: Interview in der Freiheit
Treffpunkt Wetter zu Besuch bei VOCALIS
Als Redakteurin für einen Tag besuchten wir Silja Hirland, die ihre
Privatpraxis für Stimmtherapie VOCALIS in der Freiheit 6 eröffnet hat.
Wir wollten etwas über ihren Beruf und die Neueröffnung wissen. Trotz
eines grippalen Infektes, gab uns Frau Hirland ein Interview. Vielen
Dank dafür!
Was ist Logopädie überhaupt und was ist wichtig dafür?
Logopäden
behandeln Menschen mit Beeinträchtigungen der Sprache, des Sprechens,
der Stimme, des Schluckens und des Hörens. Ich habe mich therapeutisch
auf Störungen der Stimmfunktion und deren Auswirkung auf den ganzen
Menschen festgelegt und spezialisiert. Der Begriff 'Logopädie' leitet
sich ab aus dem griechischen ‘logos‘, was so viel wie 'Wort' oder
'Denkinhalt' bedeutet. Die Logopädie befasst sich also mit Störungen
der zwischenmensch-lichen Kommunikationsfähigkeit. Und das wichtigste,
was man dafür braucht sind wohl gute Ohren, organisch und im
übertragenen Sinne, damit man sich gegenseitig hören kann.
Wie sind Sie auf den Beruf gekommen? Hatten Sie persönliche Erfahrungen?
Ich
habe mehrere Berufe: zum einen bin ich Übersetzerin und Dolmetscherin,
zum anderen unterrichte ich Deutsch als Fremdsprache. Beim Unterrichten
habe ich mir seinerzeit meine Stimme völlig ruiniert, sodass nichts
mehr heraus kam. Dadurch landete ich bei zwei niederländischen
Logopäden, die mir durch die Therapie meine Stimme zurück gaben. Diese
beiden Kollegen haben das Interesse an Stimmtherapie in mir geweckt.
Haben die drei Bereiche, in denen Sie behandeln/helfen
(organische/nicht-organische Stimmerkrankungen bzw. Stimm- und
Sprechtraining) Gemeinsamkeiten?
All diese Bereiche haben
gemeinsam, dass sie sich immer auf den ganzen Menschen auswirken, denn
Stimme und Seele eines Menschen sind eng miteinander verbunden. Die
Stimme ist sozusagen die Schnittstelle von innen nach außen, durch sie
zeigt sich immer auch die Person.
Was bedeutet für Sie eigentlich persönlich die Stimme?
Leben
und Freude. Und auch Gesang. Ich singe gern und habe eine ganz gute
Sopranstimme. Singen ist international und macht Kommunikation und
Verständigung über Sprachgrenzen hinweg möglich. Ich finde das sehr
spannend.
Welche Sprachen haben Sie gelernt und welche beherrschen Sie?
Gelernt
habe ich Deutsch (meine Muttersprache), Englisch, Latein, Italienisch,
Portugiesisch, Niederländisch und Deutsche Gebärdensprache. Gut genug
für den Alltagsgebrauch beherrsche ich aber nur Deutsch, Englisch und
Italienisch.
Welche Sprache gefällt Ihnen am meisten?
Mir liegt
das Englische sehr nah. Der Grund dafür ist, dass einer meiner
Englischlehrer mich gelehrt hat, die Sprache selbst und Shakespeare zu
lieben. Und in Shakespeares Sonetten öffnet sich mir die Schönheit des
Englischen wie eine Rose.
Was hat Sie bewegt nach Wetter zu kommen und hier eine Praxis zu eröffnen?
Ich
bin in Wetter geboren und aufgewachsen. Als im letzten Herbst die
Entscheidung fiel, mich selbständig zu machen, habe ich lange nach
schönen Räumlichkeit gesucht, aber nur Schrott und Unbezahlbares
gesehen, ich bin einfach nicht fündig geworden. In einem Gespräch mit
meiner Tante sagte diese zu mir: „Dann nimm doch den ‘Meisterkrug‘. Es
wäre schön, wenn die Räume wieder genutzt werden!“ - Nun bin ich zwar
in Wetter groß geworden, aber im historischen Altstadtkern war ich bis
zu dem Zeitpunkt noch nie gewesen. Und als ich dann zu später Stunde
das erste Mal vor diesem Haus stand, dachte ich: „Ich fürchte, ich habe
einen Traum!“. Gesucht und gefunden. Es war, als hätte dieses
wunderschöne alte Fachwerkhaus nur auf mich gewartet. Und ich hoffe
sehr, dass ich hier lange meine Praxis führen und zu Hause sein kann.
Gefällt Ihnen das Restaurierte besser als das Moderne oder wirkt sich das positiv auf das Wohlbefinden der Patienten aus?
Ich
finde diese restaurierten Räumlichkeiten sehr gemütlich und wenn ich
durch die Freiheit gehe, habe ich das schöne Gefühl, wirklich nach
Hause zu kommen. Und bisher habe ich nur positive Rückmeldungen von
Anderen bekommen. Bei der Praxiseröffnung haben viele Leute gefragt:
„Wann ziehst du aus? Dann ziehe ich ein!“
Hatten Sie einen guten Start?
Ja, auf jeden Fall. Meine Hoffnungen und Erwartungen sind weit übertroffen worden. Es war wirklich toll!
Haben Sie etwas erwartet, als Sie festgelegt haben hierher zu kommen und eine Praxis zu eröffnen?
Sich
selbstständig zu machen ist immer ein Schritt in eine ungewisse
Zukunft. Man schwankt innerlich viel zwischen Neugier und Angst hin und
her. Aber Hoffnung und die Freude auf das, was kommen wird, überwiegen.
Ich liebe meine Arbeit und ich weiß, wie viel Stimmtherapie bewegen,
bewirken und verändern kann. Deshalb hoffe ich, dass sich hier alles so
entfaltet und entwickelt, wie ich es mir gedacht habe.
Zu ihrer Spezialisierung: Sie sagten vorhin, dass Stimme der
Ausdruck einer Persönlichkeit ist. Wenn ein Patient zu Ihnen kommt oder
Sie einem Menschen mit Stimmproblemen auf der Straße begegnen, wie
können Sie wissen wie derjenige 'tickt', ohne seine Stimme zu hören?
Ob
ich jemandem auf der Straße begegne oder er als Patient zu mir kommt
ist nicht so wesentlich, denn ich bin immer 'Resonanzboden' für mein
Gegenüber. Das heißt, ich achte darauf, was der Andere in mir auslöst,
was von ihm bei mir ankommt. Das macht es leichter, sich in den anderen
Menschen 'hinein zu spüren' und auf ihn zuzugehen.
Haben die Patienten eine Chance sozusagen „vollständig geheilt“ zu werden?
Es
kommt darauf an, mit welchem Problem ein Patient zu mir kommt.
Grundsätzlich ist ganz wichtig: Jede Therapie ist Selbsttherapie. Das
bedeutet, dass ich einen anderen Menschen nicht ändern kann. Ein Mensch
kann immer nur sich selbst und eigene Gewohnheiten ändern. Für eine
Therapie bedeutet dies, dass ich nicht für einen Patienten üben,
notwendige Veränderungen nicht für ihn vornehmen kann. Meine Aufgabe
ist es, den Patienten mein fachliches Wissen und Know-How zur Verfügung
zu stellen, kompetenter Partner und Wegweiser für die Therapie zu sein.
Das Üben und Umsetzen dessen, was er/sie in der Therapie lernt (und
damit der größte Teil der Verantwortung für den Therapieerfolg), das
ist Aufgabe des Patienten.
Versprechen Sie Ihren Patienten etwas?
Nein. Es wäre unprofessionell und fahrlässig, so etwas zu tun. Ich kann ja auch keine Vorhersagen treffen.
Haben Sie schon besondere Ziele oder sich etwas vorgenommen für ihre Zukunft hier in Wetter?
Ich
möchte meiner Berufung auf bestmögliche Art und Weise gerecht werden
und mein Wissen und Können in den Dienst meiner Patienten und Klienten
stellen.
Haben Sie auch Hoffnung in Ihrer Zukunft?
Ja. Die
Hoffnung ist wie eine Pflanze, sie hat Wachstumspotential. Und in den
letzten Monaten bin ich immer wieder Menschen begegnet, die mir für
meine Zukunft hier Hoffnung geschenkt und Mut gemacht haben. Und im
Moment bin ich einfach gespannt und neugierig darauf, was diese Zukunft
bringen mag.
Viel Glück und Erfolg für Sie, Frau Hirland!!!
Redaktion: Isabel vom Girls Day - 22. April 2010
Pressestimmen
Girls' Day 2010
Girls' Day 2010: Interview in der Freiheit
Treffpunkt Wetter zu Besuch bei VOCALIS
Als Redakteurin für einen Tag besuchten wir Silja Hirland, die ihre
Privatpraxis für Stimmtherapie VOCALIS in der Freiheit 6 eröffnet hat.
Wir wollten etwas über ihren Beruf und die Neueröffnung wissen. Trotz
eines grippalen Infektes, gab uns Frau Hirland ein Interview. Vielen
Dank dafür!
Was ist Logopädie überhaupt und was ist wichtig dafür?
Logopäden
behandeln Menschen mit Beeinträchtigungen der Sprache, des Sprechens,
der Stimme, des Schluckens und des Hörens. Ich habe mich therapeutisch
auf Störungen der Stimmfunktion und deren Auswirkung auf den ganzen
Menschen festgelegt und spezialisiert. Der Begriff 'Logopädie' leitet
sich ab aus dem griechischen ‘logos‘, was so viel wie 'Wort' oder
'Denkinhalt' bedeutet. Die Logopädie befasst sich also mit Störungen
der zwischenmensch-lichen Kommunikationsfähigkeit. Und das wichtigste,
was man dafür braucht sind wohl gute Ohren, organisch und im
übertragenen Sinne, damit man sich gegenseitig hören kann.
Wie sind Sie auf den Beruf gekommen? Hatten Sie persönliche Erfahrungen?
Ich
habe mehrere Berufe: zum einen bin ich Übersetzerin und Dolmetscherin,
zum anderen unterrichte ich Deutsch als Fremdsprache. Beim Unterrichten
habe ich mir seinerzeit meine Stimme völlig ruiniert, sodass nichts
mehr heraus kam. Dadurch landete ich bei zwei niederländischen
Logopäden, die mir durch die Therapie meine Stimme zurück gaben. Diese
beiden Kollegen haben das Interesse an Stimmtherapie in mir geweckt.
Haben die drei Bereiche, in denen Sie behandeln/helfen
(organische/nicht-organische Stimmerkrankungen bzw. Stimm- und
Sprechtraining) Gemeinsamkeiten?
All diese Bereiche haben
gemeinsam, dass sie sich immer auf den ganzen Menschen auswirken, denn
Stimme und Seele eines Menschen sind eng miteinander verbunden. Die
Stimme ist sozusagen die Schnittstelle von innen nach außen, durch sie
zeigt sich immer auch die Person.
Was bedeutet für Sie eigentlich persönlich die Stimme?
Leben
und Freude. Und auch Gesang. Ich singe gern und habe eine ganz gute
Sopranstimme. Singen ist international und macht Kommunikation und
Verständigung über Sprachgrenzen hinweg möglich. Ich finde das sehr
spannend.
Welche Sprachen haben Sie gelernt und welche beherrschen Sie?
Gelernt
habe ich Deutsch (meine Muttersprache), Englisch, Latein, Italienisch,
Portugiesisch, Niederländisch und Deutsche Gebärdensprache. Gut genug
für den Alltagsgebrauch beherrsche ich aber nur Deutsch, Englisch und
Italienisch.
Welche Sprache gefällt Ihnen am meisten?
Mir liegt
das Englische sehr nah. Der Grund dafür ist, dass einer meiner
Englischlehrer mich gelehrt hat, die Sprache selbst und Shakespeare zu
lieben. Und in Shakespeares Sonetten öffnet sich mir die Schönheit des
Englischen wie eine Rose.
Was hat Sie bewegt nach Wetter zu kommen und hier eine Praxis zu eröffnen?
Ich
bin in Wetter geboren und aufgewachsen. Als im letzten Herbst die
Entscheidung fiel, mich selbständig zu machen, habe ich lange nach
schönen Räumlichkeit gesucht, aber nur Schrott und Unbezahlbares
gesehen, ich bin einfach nicht fündig geworden. In einem Gespräch mit
meiner Tante sagte diese zu mir: „Dann nimm doch den ‘Meisterkrug‘. Es
wäre schön, wenn die Räume wieder genutzt werden!“ - Nun bin ich zwar
in Wetter groß geworden, aber im historischen Altstadtkern war ich bis
zu dem Zeitpunkt noch nie gewesen. Und als ich dann zu später Stunde
das erste Mal vor diesem Haus stand, dachte ich: „Ich fürchte, ich habe
einen Traum!“. Gesucht und gefunden. Es war, als hätte dieses
wunderschöne alte Fachwerkhaus nur auf mich gewartet. Und ich hoffe
sehr, dass ich hier lange meine Praxis führen und zu Hause sein kann.
Gefällt Ihnen das Restaurierte besser als das Moderne oder wirkt sich das positiv auf das Wohlbefinden der Patienten aus?
Ich
finde diese restaurierten Räumlichkeiten sehr gemütlich und wenn ich
durch die Freiheit gehe, habe ich das schöne Gefühl, wirklich nach
Hause zu kommen. Und bisher habe ich nur positive Rückmeldungen von
Anderen bekommen. Bei der Praxiseröffnung haben viele Leute gefragt:
„Wann ziehst du aus? Dann ziehe ich ein!“
Hatten Sie einen guten Start?
Ja, auf jeden Fall. Meine Hoffnungen und Erwartungen sind weit übertroffen worden. Es war wirklich toll!
Haben Sie etwas erwartet, als Sie festgelegt haben hierher zu kommen und eine Praxis zu eröffnen?
Sich
selbstständig zu machen ist immer ein Schritt in eine ungewisse
Zukunft. Man schwankt innerlich viel zwischen Neugier und Angst hin und
her. Aber Hoffnung und die Freude auf das, was kommen wird, überwiegen.
Ich liebe meine Arbeit und ich weiß, wie viel Stimmtherapie bewegen,
bewirken und verändern kann. Deshalb hoffe ich, dass sich hier alles so
entfaltet und entwickelt, wie ich es mir gedacht habe.
Zu ihrer Spezialisierung: Sie sagten vorhin, dass Stimme der
Ausdruck einer Persönlichkeit ist. Wenn ein Patient zu Ihnen kommt oder
Sie einem Menschen mit Stimmproblemen auf der Straße begegnen, wie
können Sie wissen wie derjenige 'tickt', ohne seine Stimme zu hören?
Ob
ich jemandem auf der Straße begegne oder er als Patient zu mir kommt
ist nicht so wesentlich, denn ich bin immer 'Resonanzboden' für mein
Gegenüber. Das heißt, ich achte darauf, was der Andere in mir auslöst,
was von ihm bei mir ankommt. Das macht es leichter, sich in den anderen
Menschen 'hinein zu spüren' und auf ihn zuzugehen.
Haben die Patienten eine Chance sozusagen „vollständig geheilt“ zu werden?
Es
kommt darauf an, mit welchem Problem ein Patient zu mir kommt.
Grundsätzlich ist ganz wichtig: Jede Therapie ist Selbsttherapie. Das
bedeutet, dass ich einen anderen Menschen nicht ändern kann. Ein Mensch
kann immer nur sich selbst und eigene Gewohnheiten ändern. Für eine
Therapie bedeutet dies, dass ich nicht für einen Patienten üben,
notwendige Veränderungen nicht für ihn vornehmen kann. Meine Aufgabe
ist es, den Patienten mein fachliches Wissen und Know-How zur Verfügung
zu stellen, kompetenter Partner und Wegweiser für die Therapie zu sein.
Das Üben und Umsetzen dessen, was er/sie in der Therapie lernt (und
damit der größte Teil der Verantwortung für den Therapieerfolg), das
ist Aufgabe des Patienten.
Versprechen Sie Ihren Patienten etwas?
Nein. Es wäre unprofessionell und fahrlässig, so etwas zu tun. Ich kann ja auch keine Vorhersagen treffen.
Haben Sie schon besondere Ziele oder sich etwas vorgenommen für ihre Zukunft hier in Wetter?
Ich
möchte meiner Berufung auf bestmögliche Art und Weise gerecht werden
und mein Wissen und Können in den Dienst meiner Patienten und Klienten
stellen.
Haben Sie auch Hoffnung in Ihrer Zukunft?
Ja. Die
Hoffnung ist wie eine Pflanze, sie hat Wachstumspotential. Und in den
letzten Monaten bin ich immer wieder Menschen begegnet, die mir für
meine Zukunft hier Hoffnung geschenkt und Mut gemacht haben. Und im
Moment bin ich einfach gespannt und neugierig darauf, was diese Zukunft
bringen mag.
Viel Glück und Erfolg für Sie, Frau Hirland!!!
Redaktion: Isabel vom Girls Day - 22. April 2010